Tagung der Arbeitsgruppe "Fotografie im Museum" des Museumsverbands Baden-Württemberg e.V.

14. und 15. Juni 2002 in Stuttgart:

"FOTO-ERBE"

Fotografen-Nachlässe - eine Herausforderung für Fotografen, Archive und Museen

Die fortschreitende kunst- und kulturgeschichtliche Anerkennung der Fotografie als bewahrenswertem Kulturgut hat &endash; zusammen mit dem viel diskutierten "Ende" der Epoche der klassischen Fotografie - zu einem Phänomen geführt, das zunehmend zur Herausforderung für die kulturbewahrenden Institutionen Archiv und Museum wird, aber auch nicht ohne Wirkung auf die Arbeitsweise der Produzenten selber bleibt: Der öffentlichen Hand werden in großem Stil die bildnerischen und archivalischen Nachlässe von Fotografen des 20. Jahrhunderts zur Übernahme angeboten &endash; verbunden mit eindeutigen, oft überzogenen finanziellen Absichten, mit idealistischem Interesse an einer posthumen künstlerischen Aufwertung des Erblassers, aber natürlich auch von unterstützenswertem bürgerschaftlichem Engagement motiviert. Auch noch aktive Fotografen machen sich zunehmend Gedanken über den Erhalt ihres Lebenswerkes in den Zeiten digitaler Bilderfluten.

Für alle, die für Bewahrung und Vermittlung von Kulturgut Verantwortung tragen, werden durch diese Situation kulturpolitische, kunst- und kulturgeschichtliche, archivalische, sammlungsstrategische, restauratorische, EDV-technische sowie denkmal- und urheberrechtliche Fragen in neuen qualitativen und quantitativen Dimensionen aufgeworfen, die dringend der interdisziplinären Bearbeitung und Diskussion bedürfen.

Die Foto-AG des Museumsverbands Baden-Württemberg möchte für diese Diskussion ein Forum bieten und lädt Kulturpolitiker, Archiv- und Museumsverantwortliche, Fotohistoriker, Fotografen, Restauratoren, Dokumentare, Kunsthändler und alle am Thema Interessierten für zwei Tage (14./15. Juni 2002) zu einer Arbeitstagung (der vierten in ihrer Geschichte) nach Stuttgart ein.

Ein Seitenblick auf das Nachbarland Schweiz eröffnet die Tagung und zeigt Perspektiven im Umgang mit Fotografennachlässen: Prof. Paul Hugger (Chardonne) stellt einen vielversprechenden Ansatz zu Schweizer "Foto-Landschaften" vor. Danach werden in einem hoffentlich anregenden Wechsel weitere exemplarische Beiträge zu Fotografennachlässen in staatlichen und kommerziellen Bildarchiven und thematische Referate zu Urheberrecht, Kunstmarkt, Denkmalschutz beweglicher Kulturgüter und konservatorischen Standards angeboten. Eine Abendexkursion zum translozierten historischen Fotoatelier Hofmann im Freilichtmuseum Beuren sowie eine abschließende Podiumsdiskussion mit Kulturverantwortlichen aus Kommune, Land und Bund sowie einem Vertreter der Bildproduzenten runden das Tagungsprogramm ab.

Info/Anmeldung: Museumsverband Baden-Württemberg e.V., Geschäftsstelle, c/o Stadtmuseum Esslingen, Hafenmarkt 7, D-73728 Esslingen, Tel. 0711-35123240, Fax 0711-35123229, Tagungsgebühr: 10 Euro (Mitglieder des Museumsverbands Baden-Württemberg); 25 Euro (Nicht-Mitglieder). Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie (ab Mitte Februar) unter: http://www.foto.unibas.ch/~rundbrief/foto-erbe.htm.

PRESSETEXT zum honorarfreien Abdruck - Belegexemplar erbeten an: Foto-AG, c/o Martin Rexer, Urachstr. 7, D-70190 Stuttgart