Foto-Erbe:
Fotografen-Nachlässe als
Herausforderung
14./15. Juni 2002 in Stuttgart
Eine Tagung der Arbeitsgruppe "Fotografie im Museum" des
Museumsverbands Baden-Württemberg mit freundlicher
Unterstützung des Stadtarchivs der Landeshauptstadt
Stuttgart
TAGUNGSFOLDER ALS PDF
PRESSETEXT
Freitag 14. Juni 2002
- 9.30 Uhr
Registrierung im Tagungsbüro
- 10.00 Uhr
Begrüßung/Grußworte
- 10.30 Uhr
Der lokale Fotograf und sein Beitrag zur regionalen
Identität
Prof. em. Dr. Paul Hugger, Chardonne
Erhebungen, Dokumentation und Analyse der fotografischen Kultur
einer Region sind aufwendig und zeitraubend. Nicht selten werden
solche Anstrengungen umgangen. Aber auch dort, wo mit Akribie
gesammelt und geforscht wird, sollte es mit bloßen
biografischen Erhebungen nicht sein Bewenden haben. Es gilt die
Metastrukturen aufzuhellen, die hinter dem scheinbar
gleichförmigen, oft aber auch disparaten Gestalten dieser
Fotografen liegen. Diese Strukturen folgen meist einem
unbewußten Konsens, einem Verständigungsgitter.
Dadurch, daß die Fotografen die visuelle Perzeption und
Vorstellung von Landschaft und Kultur mitprägten, trugen sie
wesentlich zum Prozeß einer regionalen Identität bei.
Wie eine solche Annäherung aussehen könnte, wird anhand
einiger Beispiele von Schweizer "Foto-Landschaften" und ihrer
Bedeutung für die visuelle Kultur breiter Schichten
gezeigt.
Paul Hugger unterrichtete lange Jahre als Gymnasiallehrer in
Basel, habilitierte sich 1971 an der dortigen Universität in
Volkskunde. 1978 wurde er a.o. Professor und lehrte von 1982 bis
1995 als Ordinarius für Volkskunde an der Universität
Zürich. Seit seiner Emeritierung wohnt er am Genfersee. Seine
Buchpublikationen betreffen vielseitige Themen wie Stadtforschung,
Industrialisierung, Hirtenkulturen, Fasnacht. Dazu gehört
auch die Beschäftigung mit fotografiegeschichtlichen
Aspekten. Er vermittelte zahlreiche fotografische Nachlässe
an entsprechende Institutionen. Diese Bemühungen fanden ihren
Niederschlag in mehreren Buchpublikationen (Der schöne
Augenblick, 1990; Bündner Fotografen, 1992; Das Berner
Oberland und seine Fotografen, 1995) und in Fotoausstellungen.
Seit 1993 gibt er die Reihe "Das volkskundliche Taschenbuch"
heraus.
- 11.10 Uhr
Kaffeepause
- 11.40 Uhr
Die Fotosammlung des Stadtarchivs Stuttgart: Zwischen
Amateurbildern und Profifotografien
Vera Dendler, Stadtarchiv Stuttgart
Die umfangreiche Fotosammlung des Stadtarchivs Stuttgart wird seit
über 70 Jahren zusammengetragen. Neben ihren archivalischen
Beständen, die die Topografie und Geschichte der Stadt
Stuttgart dokumentieren, werden historische und aktuelle Aufnahmen
hinzugekauft oder als Schenkung übernommen. Hierzu
gehören auch ganze Fotografen-Nachlässe wie der Erwerb
der Stuttgarter Aufnahmen von Ludwig Windstosser. Der Vortrag
möchte zum einen die Sammlung vorstellen und einen Einblick
in die Arbeitsmethoden geben. Im Hinblick der Jahr für Jahr
stetig steigenden Anzahl der übernommenen Fotografien, der
Aufwertung des Mediums Fotografie sowie der dramatischen
Veränderungen innerhalb der Medienlandschaft sollen zum
anderen Fragen der für die Zukunft notwendigen
Veränderungen und Umwertungen innerhalb des Sammlungs- bzw.
Erfassungssystems angesprochen werden.
Vera Dendler, Studium der Kunstgeschichte, Klassischen
Archäologie und Volkskunde in Göttingen, Köln und
Bonn (M.A.). Tätigkeiten u.a. im Bereich
Öffentlichkeitsarbeit, Erstellung und EDV-Erfassung des
Planarchivs des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg, Aufbau
eines Künstlerarchivs an der Akademie Schloß Solitude
Stuttgart. Seit 1999 zuständig für die Foto- und
Filmsammlung des Stadtarchivs Stuttgart.
- 12.20 Uhr
Bildarchive im Wandel: Pressedokumentation am Beispiel der
Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten
Stefan Rost, Bildarchiv Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter
Nachrichten
Das gemeinsame Bildarchiv von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter
Nachrichten war bis Mitte der 1990er Jahre ein reines Handarchiv.
Der Aufbau einer Bilddatenbank zog nach sich, daß zuerst
Fotos der Hausfotografen und einiger Bildagenturen nur noch
digital übermittelt und archiviert wurden. Das Material
externer Fotografen wurde nach wie vor als Dia oder Fotoabzug zur
Verfügung gestellt, ins Handarchiv aufgenommen und erst bei
Veröffentlichung digitalisiert. Es zeigte sich jedoch im
Laufe der Zeit eine immer stärker werdende Tendenz zur
digitalen Bildübermittlung über ISDN, CD-Rom oder
E-Mail. Der Bestand des Handarchivs und das Material einiger
weniger Fotografen, die nach wie vor Dias oder Abzüge
vorlegen, wird sukzessive eingescannt und in die Bilddatenbank
aufgenommen.
Stefan Rost, Studium Dokumentation, Anglistik und Germanistik
in Stuttgart. Seit 2000 im Zentralarchiv der Stuttgarter
Zeitung/Stuttgarter Nachrichten.
- 13.00 Uhr
Mittagspause
- 14.30 Uhr
Das Atelier eines Fotografen und seine museale Nutzung
Steffi Cornelius, Freilichtmuseum Beuren
Im Jahr 1890 eröffnete der Maler und Fotograf Otto Hofmann in
Kirchheim unter Teck ein Atelier für Fotografie".
Dieses freistehende Ateliergebäude - eines der wenigen in
Deutschland erhaltenen Tageslichtateliers eines Berufsfotografen
aus dieser Zeit - wurde 1999 durch die Umsetzung ins
Freilichtmuseum Beuren (Landkreis Esslingen) vor der Vernichtung
gerettet. Neben dem Ateliergebäude haben sich eine Vielzahl
von Originalausstattungsteilen sowie Fotografien von Otto Hofmann
erhalten. Im Vortrag soll das Konzept zur Einrichtung und Nutzung
des Fotoateliers im Freilichtmuseum Beuren zur Diskussion gestellt
werden. Die Tagungsteilnehmer/innen haben bei der abendlichen
Exkursion zudem die Möglichkeit, das Ateliergebäude in
Beuren zu besichtigen.
Steffi Cornelius, Studium der Empirischen Kulturwissenschaft,
Neueren Deutschen Literatur und Politikwissenschaft an der
Universität Tübingen, Magisterarbeit zur Darstellung von
Frauengeschichte im Museum, Volontariat im Westfälischen
Freilichtmuseum Hagen, seit 1993 Leiterin des regionalen
Freilichtmuseum in Beuren (Träger: Landkreis
Esslingen).
- 15.10 Uhr
Der Fotografen-Nachlaß: Ein bewegliches Kulturdenkmal?
Anja Stangl, Staatsanzeiger-Verlag Kulturprojekte,
Stuttgart
Das baden-württembergische Denkmalschutzgesetz kennt die
Kategorie des beweglichen Kulturdenkmals von besonderer Bedeutung:
Hierzu können Sammlungen, Bibliotheken, Archive und
Einzelobjekte aus Archäologie, Kunst- und Kulturgeschichte
gehören. Anhand von Beispielen will der Vortrag folgenden
Fragen nachgehen: Welche Kriterien spielen für die Bewertung
eines beweglichen Kulturdenkmals eine Rolle? Lassen sie sich auf
einen Fotografen-Nachlaß oder eine Fotosammlung
übertragen? Welche Bedeutung hat die Eintragung eines
Fotografen-Nachlasses als bewegliches Kulturdenkmal ? Wie sehen
die Folgen für den Eigentümer aus?
Anja Stangl M.A., Kunsthistorikerin, arbeitete nach dem Studium
als Volontärin im Württembergischen Landesmuseum
Stuttgart. Beim Landesdenkmalamt Baden-Württemberg war sie
für das auf fünf Jahre angelegte Projekt zur Erfassung,
Inventarisation und Eintragung von beweglichen Kulturdenkmalen
verantwortlich. 1994 bis 1995 und seit 2000 ist sie beim
Staatsanzeiger-Verlag Kulturprojekte/Staatliche Schlösser und
Gärten Baden-Württemberg mit der Vorbereitung und
Durchführung von Ausstellungen und Jubiläen - derzeit
900 Jahre Kloster Lorch - beauftragt.
- 15.50 Uhr
Kaffeepause
- 16.20 Uhr
Fotografen-Nachlässe im Kunsthandel: Zwischen kommerzieller
Verwertung und kulturellem Bewahren
Prof. Dr. Rolf Sachsse, Staatliche Hochschule für
Gestaltung, Karlsruhe
Einzelne Fotografien werden auf Auktionen und im Kunsthandel
inzwischen bewertet wie Gemälde oder Skulpturen. Im Gegensatz
zu diesen sind jedoch auch Konvolutbildungen bekannt, die den
Preis der Einzelstücke erheblich vermindern. Hier setzt die
Bewertung von fotografischen Nachlässen an, die sich oft als
diffiziles Unterfangen erweist. Am Ende einer langen Skala von
Kriterien stehen die Negative und Archivalien; sie sind den
meisten Käufern einfach nur lästig. Der Vortrag
diskutiert unterschiedliche Bewertungs- und
Abwicklungsmodelle.
Rolf Sachsse, Ausbildung und Arbeit als Fotograf; Studium
Kunstgeschichte, Kommunikationsforschung und
Literaturwissenschaften (Promotion), derzeit Gastprofessor
für Theorien der Gestaltung an der Staatlichen Hochschule
für Gestaltung Karlsruhe. Schreibt und redet viel:
www.hs-niederrhein.de/fb02/sachsse.
- 17.00 Uhr
Bustransfer nach Beuren (Landkreis Esslingen)
- 18.30 Uhr
Besichtigung: Das Fotografen-Atelier Hofmann im Freilichtmuseum
Beuren.
Ausführliche Informationen zum Freilichtmuseum Beuren unter
www.freilichtmuseum-beuren.de
Anschließend gemeinsames Abendessen in der
Museumsgaststätte Steinbüble"
- 22.00 Uhr
Bustransfer nach Stuttgart
Ankunft ca. 23.00 Uhr
Samstag 15. Juni 2002
- 9.30 Uhr
Bereicherung und Herausforderung: Der Fotonachlaß Willy
Pragher im Staatsarchiv Freiburg
Dr. Martin Stingl, Staatsarchiv Freiburg
Das Staatsarchiv Freiburg verwahrt mit der Sammlung Willy Pragher
(1908-1992) den größten geschlossenen Nachlaß
eines Fotografen in einem baden-württembergischen
Staatsarchiv. Die Übernahme des umfangreichen Bestandes (rund
1 Million Filmnegative, Papier- und Diapositive sowie Glasplatten)
im Jahr 1993 bedeutete für das Staatsarchiv Freiburg eine
enorme Bereicherung seiner Bestände, stellte es aber auch vor
Herausforderungen auf den Gebieten der Nutzung (Erschließung
neuer Nutzerkreise an Stelle der durch den Tod des Fotografen
schwächer gewordenen alten Kundenkontakte) und der
Bestandserhaltung. Das Staatsarchiv Freiburg setzt dabei auf
Kooperation statt auf Alleingänge und ganz bewußt auf
die Reduzierung des Wünschbaren auf das Praktikable.
Martin Stingl, Studium der Geschichte, Buch- und
Bibliothekskunde, Politischen Wissenschaften und Philosophie in
Erlangen und Bonn (Promotion), 1991-1994 Wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Universität
Erlangen , 1994-1996 Archivreferendariat (Generallandesarchiv
Karlsruhe, Archivschule Marburg), seit 1996 Referent im
Staatsarchiv Freiburg.
- 10.10 Uhr
(Urheber-)Rechtliche Probleme in öffentlich-rechtlichen
Sammlungen und Archiven
Dr. Karl Heinz Pütz, Bildarchiv Preußischer
Kulturbesitz, Berlin
Das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk) gehört
zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz, einer Stiftung des
Bundes und der Länder, und verfügt über einen
Bildbestand von ca. 12 Millionen Bildern. Um den eigenen Etat
selbst zu erwirtschaften, verleiht das bpk Reproduktionen aus
diesem Fundus und berechnet Nutzungshonorare. Der
Sammlungsschwerpunkt des bpk liegt im Bereich der
Dokumentationsfotografie. Bei Übernahme, Erwerb und Nutzung
von Fotonachlässen ist eine Vielzahl von Rechten berührt
(z.B. neben den Eigentumsrechten und den Nutzungsrechten auch das
"Recht am eigenen Bild"), die es vertraglich zu regeln gilt. Die
Debatte um das jüngst novellierte Urhebervertragsrecht hat
deutlich gezeigt, von welch großer (finanzieller) Bedeutung
diese Regelungen sowohl für die Produzenten als auch die
Sammler und Nutzer von Bildgut ist.
Karl Heinz Pütz, Studium der Geschichte und Germanistik in
Berlin, Freiburg, Münster, Bochum und New York; 1975
Promotion im Fach Politische Wissenschaft an der FU Berlin danach
Professur an der FU Berlin, seit 1986 am Bildarchiv
Preußischer Kulturbesitz (bpk) Stiftung Preußischer
Kulturbesitz und seit 1987 Leiter dieser Institution. Gutachter-
bzw. Sachverständigentätigkeit für die Deutsche
Forschungsgemeinschaft und die Ständige Konferenz der
Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
sowie Vorstandsmitglied im Bundesverband für
Pressebildagenturen und Bildarchive und der AG
öffentlich-rechtlicher Bildarchive in Deutschland.
- 10.50 Uhr
Kaffeepause
- 11.20 Uhr
Die Übernahme und Betreuung des kunsthistorischen Fotoarchivs
der Abteilung "Staatliche Schlösser und Gärten" der
Oberfinanzdirektion Karlsruhe
Dr. Dorothea Höfert, Landesmedienzentrum
Baden-Württemberg, Karlsruhe
Nach der Darstellung des gesetzlichen Auftrags des
Landesmedienzentrums Baden-Württembergs zum Ausbau und zur
Pflege eines landeskundlichen und kulturhistorischen Fotoarchivs
(Inhalt, Organisation, Aufgaben, Nutzungsmöglichkeiten) soll
über Kooperationen mit verschiedenen Partnern im
kulturhistorischen Bereich am Beispiel der Übernahme und
Betreuung des Fotoarchivs der Abteilung "Staatliche Schlösser
und Gärten" der Oberfinanzdirektion Karlsruhe (Dokumentation,
Erschließung, Digitalisierung, Nutzungsbedingungen)
berichtet werden sowie ein Blick auf die Nutzung des
landeskundlichen und kulturhistorischen Bildmaterials im Rahmen
pädagogischer Projekte (neue Distributionswege für einen
multimedialen Einsatz im Unterricht) geworfen werden.
Dorothea Höfert, Studium der Kunsgeschichte,
Literaturwissenschaft und Linguistik (Promotion), Museumsarbeit,
Ausstellungstätigkeit, Dozentin für Kunstgeschichte an
der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, seit
1999 Mitarbeiterin am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg,
diverse Publikationen zur neueren Kunstgeschichte (Schwerpunkt
Malerei des 20. Jahrhunderts).
- 12.00 Uhr
Das Fotografen-Archiv im Spannungsfeld zwischen Arbeitsmittel und
Kulturgut: Konservatorische Standards und Empfehlungen
Klaus Pollmeier, Mühlheim a.d. Ruhr
Ein fotografisches Lebenswerk zu übernehmen ist in vielerlei
Hinsicht eine Herausforderung. Museen und Archive stellen oft
andere Anforderungen an den langfristigen Erhalt des oft
heterogenen Materials als der/die Fotograf/in selbst. Damit sich
selbst eine Schenkung nicht bald in ein Kuckucksei verwandelt,
müssen Handling, Zustandsbeurteilungen, Material-, Raum- und
Klimafragen, Restaurierungsbedarf, Fragen der künftigen
Zugänglichkeit, Digitalisierung mit geeigneten Metadaten und
Datenbanken sowie vieles mehr beim Planen von Personal- und
Finanzressourcen bedacht sein. Sowohl spontane Entscheidungen wie
langfristige Strategien erfordern gut argumentierbare
Kosten-Nutzen-Analysen als Grundlage für den Erwerb eines
großen Konvolutes. Der Beitrag versucht, die für den
Werterhalt eines Archivs aus konservatorischer Sicht relevanten
Problemfelder im Überblick aufzuzeigen.
Klaus Pollmeier, Studium Fotoingenieurwesen an der FH
Köln, zehn Jahre Leiter des Fotolabors der Essener Museen,
seit 1994 Lehrkraft für Fotografie an der Hochschule Anhalt
(FH), Dessau. 1999&endash;2001 Fellow im Advanced Residency
Program in Photograph Conservation, Rochester, USA; Redakteur des
Rundbrief Fotografie (Verfahren/Konservatorisches); diverse
Publikationen und Lehraufträge zu Fotokonservierung sowie
Geschichte und Praxis fotografischer Verfahren.
- 12.40 Uhr
Mittagspause
- 14.00 Uhr
Podiumsdiskussion: Fotografen-Nachlässe als kulturpolitische
Aufgabe
Teilnehmer:
Andreas Langen, Fotograf und Journalist, Bund Freischaffender
Fotodesigner (BFF), Stuttgart
Dr. Wolfgang Ostberg, Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart
Dr. Peter Pfrunder, Schweizerische Stiftung für die
Photographie, Zürich
Dr. Jürgen Treffeisen, Landesarchivdirektion
Baden-Württemberg, Stuttgart
Moderation: Wolfgang Jaworek, Rundbrief Fotografie,
Stuttgart
Die fortschreitende kunst- und kulturgeschichtliche Anerkennung
der Fotografie als bewahrenswertem Kulturgut hat - zusammen mit
dem viel diskutierten Ende" der Epoche der klassischen
Fotografie - zu einem Phänomen geführt, das zunehmend
zur Herausforderung für die kulturbewahrenden Institutionen
Archiv und Museum wird, aber auch nicht ohne Wirkung auf die
Arbeitsweise der Produzenten selber bleibt: Der öffentlichen
Hand werden in großem Stil die bildnerischen und
archivalischen Nachlässe von Fotografen des 20. Jahrhunderts
zur Übernahme angeboten. Auch aktive Fotografen machen sich
zunehmend Gedanken über den Erhalt ihres Lebenswerkes in den
Zeiten digitaler Bilderfluten. Auf der Basis der in den Referaten
und Diskussionen der Tagung erarbeiteten Teilaspekte des Themas
soll in der Podiumsdiskussion zusammen mit dem Publikum und den
anwesenden Referenten versucht werden, Erfahrungen auszuwerten und
mögliche Initiativen gegenüber der Kulturpolitik der
verschiedenen Ebenen anzudenken. Dabei soll ein besonderes
Augenmerk auf die Schnittstelle zwischen den Bildproduzenten und
den übernehmenden Institutionen gerichtet werden. Die
Teilnahme des Vertreters einer schweizerischen Bundesinstitution
soll einen internationalen Blickwinkel einbringen und vorschnelle
Verengungen auf bundesdeutsche kulturpolitische Strukturen
vermeiden helfen.
- 16.00 Uhr
Tagungsende
Anmeldung
- Bitte bis spätestens 24. Mai 2002 einsenden
per Post an:
Museumsverband Baden-Württemberg
c/o Stadtmuseum Esslingen
Hafenmarkt 7
73728 Esslingen
per Fax an: (0711) 3512-3229
per eMail an: museumsverband-bw@web.de
- Folgende Angaben werden benötigt:
- Vorträge am Freitag, 14. Juni: ___ Person(en)
- Exkursion zum Freilichtmuseum Beuren:
- Bustransfer ___ Person(en)
- Abendessen in der Museumsgaststätte Steinbüble"
___ Person(en)
- Vorträge am Samstag, 15. Juni ___ Person(en)
- Name/Institution
- Die Tagungsgebühr in Höhe von EUR 25 für
Nicht-Mitglieder bzw. EUR 10 für Mitglieder des
Museumsverbands Baden-Württemberg ist vor Beginn der Tagung
im Tagungsbüro (geöffnet ab 9.30 Uhr) bar zu
entrichten.
© bei Autoren und Redaktion. Angaben ohne
Gewähr. Stand: 13.03.2002. Online-Redakteur: Wolfgang
Jaworek